header

35. Sozialstation-Geburtstag wirft Schatten voraus und „Hand in Hand“ feiert 10-Jähriges

In der Caritas Sozialstation St. Laurentius ist es guter alter Brauch, dass die jährliche Jahreshauptversammlung, zu der alle Delegierten der im Einzugsbereich liegenden Kirchengemeinden eingeladen sind, mit einem geistlichen Wort beginnt. Dieses übernahm Pfarrer Hans Beetz gerne wieder im jüngsten Treff. „Zeit“ ist ein wertvolles Gut und es liegt an jedem selbst, wie man sie nutzt, mit ihr umgeht. Ein gesundes Zeitmanagement ist gewinnbringend für Körper, Geist und Seele, so der erste Vorsitzende der Sozialstation St. Laurentius Dietrich Haase. Zeit für Alte, Kranke und Einsame nehmen sich seit bereits zehn Jahren die Ehrenamtlichen der Aktion „Hand in Hand“ um Christa Schlembach aus Hohenroth. 2003 wurden von neun Ehrenamtlichen 90 Besuche verbucht, 2012 waren es schon 13 Engagierte, die insgesamt 18 Personen 362 mal besuchten, ihnen in schweren Zeiten zur Seite standen und deren Leben etwas lebenswerter machten. So rührte Dietrich Haase tüchtig die Werbetrommel um weitere ehrenamtliche Helfer zu motivieren. Ins Haus steht auch das 35-jährige Jubiläum der Sozialstation, welches am 15. September mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche, den Dekan Dr. Krefft und Domkapitular Bieber zelebrieren werden, beginnen wird. Anschließend wird zu einem „Tag der offenen Tür“ in die Sozialstation geladen. Jede Menge Informationen, beste Unterhaltung und kulinarische Gaumenfreuden stehen auf dem Festplan. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung hob der erste Vorsitzende Haase die Leistungen von Schwester Christine Reinhard besonders hervor, die 2012 ihr 30-jähriges Dienstjubiläum feiern konnte und Garant für hohe Qualität und Menschlichkeit in der Bad Neustädter Caritas-Sozialstation ist. Seit 20 Jahren ist Schwester Christine stellvertretende Pflegedienstleiterin und qualifizierte sich in all ihren Dienstjahren durch zahlreiche Seminare, weiter. Besonders hob Haase dabei das von ihr besuchte Seminar „Palliativ Care“ an der Hospiz-Akademie in Bamberg hervor. Die Laurentiusstube, in der auch die Jahreshauptversammlung abgehalten wurde, ist ein besonderer Treff. Diverse Kurse wie der Hauskrankenpflegekurs, oder der Kurs Dementielle Erkrankung für Angehörige, sowie die regelmäßig am Dienstag und Freitag stattfindende Tagesentlastungspflege füllen die Laurentiusstube mit Leben. Im Moment sind es fünf Musiker, die abwechselnd das Singen während der Tagesentlastungspflege begleiten. Unterstützt werden die Laurentiusstuben-Aktionen von „Hand in Hand“. Weiterhin ist eine Snoozelenecke im Gespräch. Haase stellte in seinem Bericht fest, dass neben der Mund-zu-Mund-Propaganda auch die Pressearbeit im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit einen wichtigen Stellenwert hat. So war immer wieder über Aktionen, wie der Verteilung von Laurentiusbrot an alle Patienten, zu lesen. Wir haben den karitativen Mehrwert zusätzlich zur Pflege auf unsere Fahnen geschrieben, so Haase. Dieser stellte auch die Pflegehotline für Unterfranken vor. Unter 0180/2097070 (von 8Uhr-17Uhr) oder unter www.pflegeunterfranken.de können kompetente Auskünfte eingeholt werden. Auf der Tagesordnung stand auch der Antrag auf eine Satzungsänderung. Im Laufe der Jahre wuchsen die Aufgaben, vor allem auch durch das erweiterte Angebot im Bereich der Pflege und Hauswirtschaft und so beantragte die lang gediente Vorstandschaftsriege für das Vorstandschaftswahljahr 2015 eine Vorstandschaftserweiterung. Die Delegierten stimmten der Satzungsänderung zu. Nachdem Stationsleiter Bruno Kleinhenz wichtige Eckpunkte in der bewegten 35 Jahre Sozialstationsgeschichte Revue passieren ließ, hatte er interessante Zahlen parat. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 31 in der Pflege, 18 im hauswirtschaftlichen Bereich und 2o ehrenamtlich tätig. Bei 73.561 Hausbesuchen wurden 304.876 Leistungen erbracht und das Team legte hierbei 265.348 Kilometer zurück. Bei den Pflegeentlastungstagen, die nun in Bad Neustadt und Bischofsheim hat sich die Zahl der Patienten verdoppelt. Gutes Pflegepersonal ist Garant für gute Betreuung. Bis 2030 fehlen nach einer Hochrechnung allerdings in Deutschland rund 500.000 Pflegekräfte, so Kleinhenz. In der Sozialstation möchte man aber aktiv gegen den Pflegenotstand etwas tun. So hat man seit zwei Jahren eine Auszubildende in den eigenen Reihen. Im Herbst kommen zwei weitere hinzu. Das kostet die Sozialstation pro Auszubildende im Jahr etwa 16.000 Euro, wobei lediglich ein geringer einmaliger Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro beantragt werden kann. Nachdem Günter Werner das noch reifende Konzept der ambulanten Wohngemeinschaft im leerstehenden Ärzte- und Pfarrhausensemble in Unsleben vorgestellt hatte, stellte Kassier Egon Benkert die Jahresrechnung für das Jahr 2012 vor, welche alles in allem positiv abschließt. Des Weiteren stellte er den Haushalt für 2013 vor. Die Entlastung beantragten die Revisoren Annemarie Höveler und Thomas Knüttel. Die Delegiertenversammlung stimmte dem vorgetragenen Zahlenwerk zu und beschloss die Beibehaltung des Mitgliedsbeitrages bei 50 Cent pro Katholik.

­