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Das neue Angebot der Caritas Sozialstation St. Laurentius, an vier Abenden im Jahr pflegende Angehörige zu aktuellen Themen einzuladen, hatte bereits bei der ersten Veranstaltung großes Interesse geweckt.

Die Laurentiusstube war bis auf den letzten Platz besetzt, als der erste Vorsitzende Alois Heinisch in die Thematik Schwerbehindertenrecht – Schwerbehindertenausweis einführte. Dazu konnte er Rainer Liebenstein vom Team 37 beim Versorgungsamt Würzburg begrüßen. Der Referent beleuchtete das Thema ausführlich von der Antragstellung über das Feststellungsverfahren, bis hin zum Bescheid und auch zum Widerspruch. Im Sozialgesetzbuch IX finden sich die Regelungen für behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen und deren Regelung zur Teilhabe. Das Gesetz sagt aus, dass Menschen behindert sind, wenn ihre körperliche Funktion, die geistige Fähigkeit oder die seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinträchtigt ist. Zunächst klärte Liebenstein über die Steuererleichterungen auf, welche auf Grund des Grades der Behinderung (GdB) beantragt werden können. Der Antrag auf Schwerbehinderung kann beim Service-Zentrum beim Versorgungsamt eingereicht werden, wobei ärztliche Gutachten und Befunde erforderlich sind. Die Entscheidung  wird dann nach Aktenlage, gegebenenfalls auch nach einer ärztlichen Untersuchung gefällt. Anhand von Beispielen ging der Referent auf den GdB ein, wobei eine Schwerbehinderung ab 50 Prozent eingestuft wird. Der Schwerbehindertenausweis, seit 2013 im Checkkartenformat, kann unterschiedliche Merkzeichen haben: Das Merkzeichen B ermöglicht die kostenlose Beförderung einer Begleitperson im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. G (eingeschränktes Gehvermögen) – unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Nahverkehr oder Kfz-Steuerermäßigung. aG (Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung) können den internationalen blauen Parkausweis mit Rollstuhlsymbol beantragen. Parkerleichterungen gibt es auch noch mit dem sogenannten „Bayern-aG“. Die Parkausweise müssen bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde beantragt werden. Weiterhin gibt es noch die Merkzeichen H für schwerbehinderte hilflose Menschen und RF (Ermäßigung des Rundfunkbeitrages für Hör- und Sehbeeinträchtige).

Im Anschluss bestand die Möglichkeit, Fragen  zu diesem komplexen Themenbereich an den Referenten zu richten. Zahlreiche spezifische Fragen, die immer wieder den „Kampf“ mit den verschiedenen Behörden offenbarten, konnten meistens zufriedenstellend beantwortet werden. Auf der Internetseite findet sich unter www.zbfs.bayern.de (Zentrum Bayern Familie und Soziales) ein Wegweiser für die Bürger. Zudem wurde auf die Ortssprechtage im Landratsamt hingewiesen.

Der nächste „Treffpunkt Pflege“ findet am 23. Juni, um 17.30 Uhr statt. Das Thema lautet „Demenz“.

 

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