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Auf großes Interesse stieß das Thema „Ambulante Pflege – Neuerungen im Pflegestärkungsgesetz II“ im letzten „Treffpunkt Pflege“ des Jahres der Caritas Sozialstation St. Laurentius.

Speziell Neuerungen und Änderungen im ambulanten Bereich der Pflege hinsichtlich des Pflegestärkungsgesetzes II kamen zur Sprache. Die beiden Referentinnen, Schwester Christine Reinhart, stellvertretende Pflegedienstleiterin und Schwester Sandra Weisenseel, examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, sie ging vor allem auf praktische Beispiele ein, zeigten auf, was ab dem 1. Januar 2017 in Kraft tritt. Neu ist der Pflegebedürftigkeitsbegriff. Anstelle von bisher drei Pflegestufen gibt es dann fünf Pflegegrade. Pflegebedürftig sind demnach Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und daher der Hilfe durch andere bedürfen. Hierbei handelt es sich um Menschen, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig bewältigen können. Eingehend erläutert wurden die Definitionen zu den einzelnen Merkmalen, um die jeweilige Pflegebedürftigkeit feststellen zu können. Pflegegrad eins beinhaltet geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit. Pflegegrad zwei, bisher Pflegestufe eins: Erhebliche Beeinträchtigungen, Pflegegrad drei (Pflegestufe zwei): Schwere Beeinträchtigungen, Pflegegrad vier (Pflegestufe drei): Schwerste Beeinträchtigungen, Pflegegrad fünf beinhaltet den Härtefall, der besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung fordert. Unterschieden wird in den Pflegegraden auch noch über den Grad der Einschränkung der Alltagskompetenz. Die bisherigen Leistungsbezieher werden durch die Reform nicht schlechter gestellt. Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff erhalten mehr Menschen Pflegegrade, insbesondere sind jetzt auch Menschen mit demenzieller Erkrankung mit im Boot. Auch wurden die Leistungen aufgestockt, aber auch die Beiträge der Pflegeversicherung angehoben, um die Finanzierung zu sichern. Zum Pflegegeld im ambulanten Bereich, ob der Pflegedienst kommt, oder die Angehörigen die Pflege selbst übernehmen, über Pflegesachleistungen, die Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflegepflege und weitere Leistungen, wurde ausführlich gesprochen. Geraten wurde den Besuchern, erforderlichenfalls noch bis zum Ende des Jahres 2016 einen Antrag wegen der Einstufung  der Einschränkung der Alltagskompetenz bei der Pflegekasse einzureichen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MdK) ist gehalten, innerhalb von zwei Wochen eine Begutachtung durchzuführen. Die Begutachtung wird nach neuen Richtlinien vorgenommen, wobei nicht mehr mit der „Stoppuhr“  vorgegangen wird, sondern nach einer Punkteskala. Nach dieser wird eine Einstufung vorgenommen. Die Pflegebedürftigkeit wird vor allem mit den Kriterien Selbständigkeit und körperliche, geistig-seelische Beeinträchtigungen festgestellt.

Im Anschluss an die Informationen wurden noch viele Fragen beantwortet.

Der erste Vorsitzende der Sozialstation St. Laurentius, Alois Heinisch, bedankte sich bei seinen Referentinnen und den Gästen für das rege Interesse. Er kündigte an, dass auch im kommenden Jahr wieder an vier Pflegetreffpunkten verschiedene Themen angeboten werden. Unter anderem wolle man den MdK einladen.

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