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Anders als gewohnt gestaltete sich die diesjährige Mitgliederversammlung der Sozialstation St. Laurentius e.V. Diesmal wurde die auf max. 25 begrenzte Teilnehmerzahl im Pfarrheim der Herschfelder Pfarrei Sankt Nikolaus mit einem Hygieneschutzkonzept, mit Mund-Nasen-Schutz, Körpertemperaturmessung, Desinfektionsmittel und den schon üblichen Abstandsvorschriften willkommen geheißen. Natürlich alles wegen der aktuellen COVID-19-Pandemie, wie Vorsitzender Alois Heinisch eingangs fast schon ein wenig entschuldigend und um Verständnis bittend betonte. Nichtsdestotrotz konnten am Ende der gut zweistündigen Zusammenkunft die anwesenden Vertreter aus den Kirchenverwaltungen der insges. 33 Pfarreien im Altlandkreis Bad Neustadt – darunter auch Diakon Thomas Volkmuth als Caritas-Seelsorger für Rhön-Grabfeld – die Feststellung mit nach Hause nehmen, dass ihre Sozialstation auch 2019 wieder sehr gut gearbeitet hat, auf finanzielle gut fundierten Füßen steht und optimistisch in die Zukunft blickend die künftigen Aufgaben anpacken kann.

Pfarrer Hans Beetz hatte die Teilnehmer mit einigen Worten zum Hl. Vinzenz von Paul, dem Begründer der neuzeitlichen Caritas, eingestimmt, dem ein „Vaterunser“ und ein „Gegrüßet-seist-du-Maria“ für die Verstorbenen folgte, bevor der Vorsitzende sowie die Pflegedienstleitung auf die vergangenen Monate zurückblickten. Alois Heinisch freute sich über ein gutes Jahresergebnis. „Die gesetzten Ziele sind weitgehend erreicht worden !“ Er berichtete von Wachstum bei den Erträgen und Umsätzen, zeigte sich sichtlich stolz über die erfolgreiche Qualitätsprüfung des MDK und das Benchmarking, das die hohe Leistungsfähigkeit der Sozialstation wieder bestätigt hätte. Auch unterstrich er die vielen Angebote, die auch gerne in Anspruch genommen wurden. So hatten beispielsweise im Rahmen der Aktion „Hand in Hand“ 16 ehrenamtliche Betreuerinnen 300 Besuche bei 13 Personen durchgeführt. Bei den „Pflegeentlastungstagen“ war gegenüber 2018 im letzten Jahr ein Anstieg um 21 % auf 1.973 Besucher zu verzeichnen gewesen. Mit herzlichen Worten bedankte sich der Vorsitzende bei allen Mitarbeitern für das große Engagement und das konstruktive , zielorientierte, harmonische und vertrauensvolle Miteinander. „Alle stehen mit der Qualität für das hohe Ansehen in der Öffentlichkeit. So können wir gemeinsam auch in schwierigen „Corona-Zeiten“ Zukunft gestalten !“ Mit vielen Zahlen belegte Pflegedienstleiter Bruno Kleinhenz die erfolgreiche Arbeit der Sozialstation. Inges. 91 Mitarbeiter/innen sind vorwiegend in Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung tätig Im Pflegebereich konnte er von einem Rückgang der krankheitsbedingten Ausfälle im Vergleich zu 2018 berichten. Allerdings bereitet der Anstieg der Überstunden auf 7.325 (2019) Kummer. „Wir brauchen immer mehr Pflegefachkräfte, wobei es nach wie vor schwierig ist, ausreichend und geeignete Mitarbeiter zu finden !“, so sein Kommentar. Folge: „Wir können derzeit nicht alle Patienten aufnehmen, obwohl wir den Pflegebereich ständig ausbauen müssten !“ Durch die neu eingeführte „generalisierte Ausbildung“ gibt es nun keine ausgebildeten Krankenschwestern oder Altenpfleger mehr, sondern nur noch die „Pflegefachfrau“ bzw. den „Pflegefachmann“. Die Finanzierung der Ausbildung über den bayer. Ausbildungsfonds belohnt Einrichtungen, die ausbilden, wie die Sozialstation St. Laurentius. Im Leistungsstatistik -Vergleich 2018/2019 vermeldete Bruno Kleinhenz überall ein Plus. 873 versorgte Patienten (+ 8,85 %); 105.598 Hausbesuche (+ 7,4 %); 361.880 Pflegeleistungen (+ 2,95 %); 1.973 Pflegeentlastungstage (+ 20,75 %), 370.545 gefahrene Kilometer (+ 1,75 %); 2.553.442 € Pflegeentgelte (+ 9,86 %). Neben seinen Dankesworten galt sein abschließender Blick den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Vom Virus selbst sind Mitarbeiter/innen bislang persönlich verschont geblieben. Jedoch hatte die Sozialstation erhebliche Mindereinnahmen durch Patientenabsagen zu verzeichnen. Zudem waren Mehrkosten für notwendige Schutzkleidung (4.000 – 5.000 €/Monat) und Personalausfälle durch angeordnete Quarantäne zu stemmen. „Dennoch sind wir bisher einigermaßen glimpflich davongekommen !“, so der Pflegedienstleiter. Trotz der zusätzlichen finanziellen Belastungen konnte Kassier Udo Baumann ein erfreuliches finanzielles Plus aus dem Jahr 2019 vorweisen. In seinem Kassenbericht stellte er Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung vor. „Mit einem Jahresumsatz von 2,6 Mio. Euro und den vielen Beschäftigten ist die Sozialstation schon ein kleines Mittleres Unternehmen.“, betonte er und freute sich über einen erzielten Überschuss von 205.000 €. Die beiden Kassenprüfer bescheinigten ihm eine vorbildliche und verantwortungsvolle , beanstandungsfreie Kassenführung. Angesichts der positiven Zahlen sah Pfarrer Beetz keinen Anlass, den auf 50 Cent/ Katholik festgesetzten Jahresbeitrag der Kirchengemeinden zu erhöhen, auch wenn „in den letzten Jahren durchschnittlich jeweils 1.000 Gläubige weniger gezählt wurden“, worauf Bruno Kleinhenz mahnend hinwies. Nur wenig Raum nahm die Vorstellung und Verabschiedung des diesjährigen Haushaltes und Stellenplanes in Anspruch. Kassier Udo Baumann rechnet mit 2,58 Mio. € Ausgaben, wobei die Personalkosten mit 2,4 Mio. € den Löwenanteil ausmachen. Finanziert werden die Ausgaben im Wesentlichen über die Pflegeentgelte mit 2,64 Mio. €. Die nach seinen Worten „Kaffeesatzleserei“ Haushaltsplanung sollte heuer mit einem Überschuss von ca. 57.000 € abschließen.

 

Auf großes Interesse stießen bei der Mitgliederversammlung der Sozialstation St. Laurentius die Informationen zum Millionenprojekt „Tagespflege Leutershausen“. Etwa 1,4 Mio. € wird der Verein in das Angebot der Tagespflege investieren. Dazu wird man ein ganzes Geschoss eines neu geplanten Gebäudekomplexes mitten in Leutershausen erwerben. Auf 296 m² Geschoss- und 204 m² Außen- und Terrassenfläche wird die Sozialstation künftig 24 Tagesgäste betreuen. In dem mehrgeschossigen Gebäude sind, wie Vorsitzender Alois Heinisch zusammen mit Pflegedienstleiter Bruno Kleinhenz erläuterte, desweiteren der 200 m² große Gemeindesaal der Gemeinde Hohenroth sowie acht privat genutzte Wohneinheiten geplant. Planer und Investor ist das Unternehmen Albert-Haus in Burkardroth-Zahlbach. Die Verhandlungen sind weitgehend abgeschlossen, die Baugenehmigung ist erteilt. Jetzt muss nur noch der bereits als Entwurf vorliegende, notariell zu beurkundende Kaufvertrag abgeschlossen werden. Doch mit der Unterschrift muss noch gewartet werden, bis die Förderstellen grünes Licht gegeben haben. Schließlich hat der Verein Zuschüsse über 300.000 € beim Deutschen Hilfswerk und gar 600.000 € beim neuen bayer. „PflegesoNah-Förderprogramm“ beantragt. Je nachdem, wie schnell dem vorzeitigen Maßnahmenbeginn beim letzteren zugestimmt wird, kann der Kaufvertrag unterzeichnet werden und evtl. noch im November der erste Spatenstich erfolgen. Von einer wahren „Ochsentour“ und echter „Kärnerarbeit“ sprach da Vorsitzender Heinisch angesichts der vielen Stunden, die die Projektgruppe in die Zuschussbeantragung hineingesteckt hatte. Insgeheim erhofft man sich die Bezugsfertigkeit des Objekts im Herbst 2022.

Kassier Udo Baumann stellte die Investitionsplanung vor. Man rechnet mit einem Kaufpreis von 1,18 Mio. € und an Kosten für die Innenausstattung von 188.000 €. Für die Außenflächen und die große Terrasse fallen voraussichtlich 80.000 € und an Baunebenkosten (Architekt, Notar etc.) 75.000 € an. Die Planung der Inneneinrichtung und der Terrassengestaltung hat das Architekturbüro Albert, Salz, übernommen. Finanziert werden soll das Projekt über die beantragten Zuschüsse, mit Hilfe eines kfw-Darlehens und über einen tiefen Griff in den eigenen Geldsäckel (400.000 €).

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Das gesamte Untergeschoss dieses neuen, mitten in Leutershausen geplanten Gebäudekomplexes wird die Tagespflege der Sozialstation einnehmen. Sobald die Förderstellen grünes Licht geben, soll gekauft werden. Baubeginn soll möglichst noch im November sein. Vorsitzender Heinisch, Kassier Baumann und Pflegedienstleiter Kleinhenz informierten bei der Mitgliederversammlung über den Stand der Planung und des Kaufgeschäftes.

Teil II:

Nach 17jähr. Tätigkeit als Vertreter der beteiligten Kirchenstiftungen in der Vorstandschaft der Sozialstation wurde Pfarrer Hans Beetz vom Vorsitzenden Alois Heinisch im Rahmen der Mitgliederversammlung in den Ruhestand verabschiedet. Dabei fand Heinisch herzliche Worte des Dankes. „Sie sind ein sehr engagierter Seelsorger, dem die Menschen am Herzen liegen. Sie haben sich in all den Jahren hartnäckig für unsere Sozialstation eingesetzt !“, so der Vorsitzende in seiner kurzen Laudatio. Immer wäre der Geistliche mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Für den Ruhestand wünschte er ihm gute Gesundheit und Gottes reichen Segen.

 

Klaus-D. Hahn

 

 

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