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Pfarrer Beetz weihte über 300 Brote für die Patienten der Sozialstation St. Laurentius. Zum Gedenktag des Heiligen am kommenden Sonntag erinnert die Sozialstation an eine alte Tradition, die auf den Heiligen zurückgeführt wird

Sankt oder Heiliger Laurentius

"Das Feuer, das in ihm brannte, half ihm,

das äußere Feuer des Martyriums zu bestehen."

 Diese Worte von Papst Leo dem Großen, gesprochen zwei Jahrhunderte

nach dem Tod von Laurentius, drücken aus, was die Größe diese Märtyrers

ausmachte: leidenschaftliche Liebe zu Jesus Christus bis in den Tod.

 Laurentius gehört zu  den meistverehrten Heiligen in aller Welt. In Rom folgte er gleich auf Petrus und Paulus, was die Stärke seiner Verehrung angeht. Außer der berühmten Basilika S. Lorenzo fuori le mura, die um 330 über dem Grab des Märtyrers erbaut wurde, tragen noch 30 weitere Kirchen den Namen von Laurentius. Weltweit sind es viele tausend.

Über die Herkunft von Laurentius weiß man so gut wie gar nichts. Eine Überlieferung sagt, er sei aus Spanien nach Rom gekommen, wo er Erzdiakon von Papst Sixtus II. wurde. Der Papst war für den jungen Christen nicht nur sein Vorgesetzter, er war sein väterlicher Freund und vor allem Vorbild. Die weitere Überlieferung ist wahrscheinlich durch Legenden ausgeschmückt, entspricht in ihrem Kern jedoch der Wahrheit. In den ersten Augusttagen des Jahres 258 ließ Christenverfolger Valerian, jener Kaiser, auf den die Gläubigen nach der Schreckensherrschaft von Decius zuerst so große Hoffnungen gesetzt hatten, Papst Sixtus II. festnehmen und am 6. August enthaupten. Auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte begleitete ihn der weinende Laurentius. Er wollte nicht mehr leben und rief aus: "Wo gehst du hin, Vater, ohne deinen Sohn?" Sixtus tröstete seinen Diakon und prophezeite ihm sein eigenes Martyrium wenige Tage später. Er erteilte Laurentius den Auftrag, zuvor noch den gesamten Kirchenschatz unter den Armen auszuteilen.
Nach der Ermordung von Sixtus II. erhob Valerian Anspruch auf den Kirchenbesitz. Laurentius verweigerte die Herausgabe und bat um drei Tage Bedenkzeit. In dieser Zeit verteilte er die Güter der Kirche unter den Notleidenden und führte am dritten Tag alle diese Menschen Valerian vor. Er erklärte dem Herrscher, dass hier die wahren Kirchenschätze vor ihm stünden.
Da kannte Valerian keine Gnade mehr. Er ließ den Diakon festnehmen und verurteilte ihn zum Tode. Die kaiserlichen Häscher schlugen Laurentius mit Bleiklötzen und legten ihn zwischen glühende Platten, doch der Christ blieb standhaft. Keine Klage kam über seine Lippen, im Gegenteil, er pries Gott und betete. Schließlich ließ der Kaiser Laurentius auf einem Rost zu Tode brennen. Nach der Legende soll der Märtyrer noch kurz vor seinem Tod zu seinem Henker gesagt haben: "Der Braten ist schon fertig, dreh ihn um und iß." Der Todestag von Laurentius war der 10. August 258.
Im bäuerlichen Kalender gilt der Laurentiustag als Los- und Wettertag. In früheren Zeiten wurden am Laurentiustag auf dem Land die Glocken geläutet. 
Das "Laurentiusbrot" hatte ebenfalls seine Bedeutung: Am 10. August brachten die Bauern früher eines oder mehrere Brote zur Kirche, wo sie gesegnet und danach an die wartenden Bedürftigen verteilt wurden. Auch das Vieh erhielt oft ein Stück "Laurenzibrot", damit es ebenfalls gesegnet war.
Laurentius ist immer als junger Diakon, meist mit einem Rost, dargestellt; auch einen Geldbeutel oder Brote als Sinnbilder für das Verteilen der Kirchengüter an die Bedürftigen hat er oft bei sich. Häufig wurde auch das Martyrium dargestellt.

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