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Über ein zahlreiches Interesse freute sich schon zu Beginn des Informationsabends im Rahmen von Treffpunkt PFLEGE, Alois Heinisch, Vorsitzender der Sozialstation St. Laurentius. Zum Thema „Daheim statt Heim“ - Betreuung durch ausländische Pflegekräfte, referierte Monika Bader von den „Pflegehelden“ Rimpar, an diesem Abend.

Monika Bader stellte die „Pflegehelden“ Franchise GmbH vor, deren Agentur schon seit 2005 besteht, und mittlerweile etwa bundesweit 60  Filialen hat.
Aufgabe der Einrichtung ist es, ausländische Pflegekräfte für die 24-Stundenbetreuung im Haus zu vermitteln. Insbesondere arbeiten die Agenturen mit polnischen Niederlassungen zusammen, in diesem Fall mit dem Hauptbüro in Breslau. Da in Polen hohe Arbeitslosigkeit herrscht, und der Verdienst durchschnittlich bei 300 bis 500 Euro liegt, ist die Nachfrage nach solchen Jobs in Deutschland recht groß. Allerdings müssen die gesetzlichen Regelungen eingehalten werden. Zunächst einmal nach dem Europäischen Entsendegesetz, welches die Regularien vorgibt. Der polnische Betreuer muss die A1-Entsendebescheinigung vorlegen können, sowie die Sozialversicherungsbestätigung (ZUS), vom Heimatland ausgestellt. Angestellt sind die Arbeitskräfte in ihrem Heimatland, dort haben sie auch nach wie vor ihren Wohnsitz. Wichtig ist auch die europäische Krankenversicherungskarte.
Die Agentur in Deutschland versucht möglichst passende Pflegekräfte für den Haushalt zu sichten, damit die speziellen Anforderungen auch erfüllt werden können. Gute deutsche Sprachkenntnisse sind wichtig, Referenzen und Erfahrungen. Seit 2017 muss auch der Mindestlohn gezahlt werden.
Bader ging auch auf die monatlichen Kosten ein, welche sich je nach dem Pflegegrad, und den damit verbundenen Leistungen der Pflege- und Krankenkassen individuell errechnet. Die Pflegekraft bekommt ihr Gehalt auf ihr Konto in Polen überwiesen. Vorgeschrieben sind auch kostenlose Kost und Logis, wobei die Unterkunft schon ein menschenwürdiger Rückzugsort sein sollte.
Auch wenn sich die Agentur als „Pflegehelden“ bezeichnet, und von polnischen Pflegekräften die Rede ist, so sind die Tätigkeiten klar von der medizinischen Pflege, wie sie von einer qualifizierten Pflegekraft im ambulanten Bereich am Menschen ausgeführt wird, nicht erlaubt. Das gilt auch dann, wenn die polnische Pflegekraft etwa Krankenschwester oder Medizinerin ist. Die wesentlichen Tätigkeiten in der 24-Stundenbetreuung liegen in der Körperpflege, Essenzubereitung, Demenzbetreuung, Mobilisierung und Bewegung, Begleitung außer Haus, und weiteren häuslichen  Aufgaben. So entsteht eine optimale eins-zu eins-Betreuung im Haus. Die Sozialstation übernimmt die Pflege, die polnische Kraft die 24-Stundenbetreuung. Somit kann der Pflegebedürftige im gewohnten Umfeld bleiben und muss nicht ins Pflegeheim.
Ideal findet Monika Bader den Wechsel der Arbeitskräfte im Zwei-Monatsrhythmus. Dann besteht auch die Möglichkeit, dass schon in der Familie eingearbeitete Mitarbeiter nahtlos übernehmen können. Das kürzeste Angebot liegt bei vier Wochen, das längste bei einem Jahr.
Um nicht in die Gefahr zu kommen, dass man wegen Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung ins Visier der Zollbehörde gerät, soll man sich polnische Pflegekräfte unbedingt über eine Agentur, wie die der „Pflegehelden“ in Rimpar,  vermitteln lassen. Informationen dazu geben auch die Sozialstationen und andere Pflegeeinrichtungen.

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